Ergotherapeutische Förderung

Ergotherapeutische Förderung

Die Ergotherapie ist laut Sozialgesetzbuch ein vom Arzt verordnetes Heilmittel, gleichberechtigt mit der Physiotherapie und Logopädie. Im Rahmen ihrer sehr umfangreichen Fördermöglichkeiten bietet die Alexander – Schmorell -Schule, als Schule mit Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, diese ergotherapeutischen Leistungen an, die überwiegend in Einzel-, aber auch Gruppentherapien durchgeführt werden. Innerhalb der meist 40- minütigen Behandlungseinheiten einmal wöchentlich wird individuell auf die Förderziele der einzelnen Schüler und Schülerinnen eingegangen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ergotherapie liegt in der Beratung zur Hilfsmittelversorgung, praktischen Hilfestellungen für den Unterricht sowie der Diagnostik.

Durch die Vielzahl der Bewegungsangebote für unsere Schülerinnen und Schüler wie Sport, Schwimmen, Physiotherapie, Airtramp, neurophysiologische Entwicklungsförderung, Beweg dich Schule, AG´s usw.  liegen weitere Therapieschwerpunkte in der Ergotherapie auf Konzentration, Merkfähigkeit, Handlungsplanung, Strategie, logischem Denken, Feinmotorik, Grafomotorik und vor allem den Wahrnehmungsbereichen, wie visuell, auditiv, taktil, propriozeptiv, olfaktorisch, gustatorisch sowie vestibular.

Ihren Arbeitseinsatz findet die Ergotherapie in allen Stufenbereichen. Vor allem in der Grundstufe ist sie verstärkt tätig, um fehlende Basisfertigkeiten für den schulischen Alltag zu schaffen.

Ein Fokus liegt dabei auf den Regelschülern sowie Lernhilfeschülern mit der Perspektive auf Real,- Haupt,- und Lernhilfeabschlüsse. Des Weiteren werden in der Ergotherapie spezielle Trainings für die Konzentration und Aufmerksamkeit angeboten.

Für die Grundstufe ist es das Training für aufmerksamkeitsgestörte Kinder nach Lauth & Schlottke.

Für die Mittel- und Hauptstufe ist es das Marburger Konzentrationsprogramm nach Krowatschek.

Ein wichtiges Ziel im Rahmen der ergotherapeutischen Arbeit ist es weiterhin, eine Verknüpfung zwischen dem Erlernten (in der Ergotherapie) und dem Unterrichtsgeschehen zu schaffen.

Die Ergotherapeutinnen / Ergotherapeuten nehmen an regelmäßig stattfindenden Teamgesprächen, Förderplangesprächen und Elternabenden teil und sind ein fester Bestandteil der interdisziplinären Zusammenarbeit an unserer Schule.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt in der Ergotherapie ist die Diagnostik, zum Beispiel bei sonderpädagogischen Begutachtungen. Hier werden die modifizierten und standardisierten Testverfahren eingesetzt.

Ein diagnostisches Mittel im Bereich der visuellen Wahrnehmung, welches verwendet wird, ist nach Marianne Frostig der FEW2 und der FEWJE. Damit sollen die hauptsächlich auftretenden Defizite im Bereich der visuellen Wahrnehmung aufgezeigt werden.

 

Spezifische Zielsetzungen:

  • Förderung von neurophysiologischen Bewegungs- und Handlungskompetenzen.
  • Förderung von Handlungsplanung und Durchführung, Einübung von Basisfertigkeiten, Strategietraining, logisches Denken usw..
  • Es werden Inhalte geübt wie:
    • STOP
    • Was ist meine Aufgabe?
    • Was soll ich tun?
    • Kenne ich etwas Ähnliches?
    • Ich mache mir einen Plan!
    • Sorgfältiges Arbeiten
    • Ich überprüfe
  • Förderung vorhandener Fähigkeiten hinsichtlich der Anbahnung von Lernfähigkeiten
  • Anbahnung von graphomotorischen Bewegungsvoraussetzungen zum Schreiben
  • Unterstützung der psychosozialen Integration in den Schulalltag
  • Unterstützung bei der InformationsverarbeitungHilfsmittelberatung z.B. Griffadaptationen, Einrichten und Gestalten eines ergonomischen Arbeitsplatzes
    Erarbeitung von Kommunikationshilfen für nichtsprechende Kinder, sog. “ Unterstützte Kommunikation“

So kann Ergotherapie im Alltag aussehen:

Mit der ergotherapeutischen Arbeit wird versucht, immer möglichst viele verschiedene Sinneskanäle anzusprechen, z.B. indem die Kinder Rollbrett fahren, eine schiefe Ebene hinunter fahren, in einer Hängematte schaukeln, Pedalo fahren, als Gruppe auf dem Airtramp sind und dort viele Körpererfahrungen sammeln, im Bällebad untertauchen und so weiter. Die Schülerinnen und Schüler haben auch die Möglichkeit mit verschiedenen Materialien zu experimentieren und Sinneserfahrungen zu machen wie zum Beispiel mit Kleister, Farbe, Rasierschaum, Creme, Ton, Wasser usw.

Alles was mit Wasser und Matschen zu tun hat, beinhaltet einen hohen Aufforderungscharakter für die Kinder.

So ist ein Rollbrett ein vielseitig einsetzbares Therapiegerät, auf ihm können die Kinder in vielen verschiedenen Positionen durch den Therapieraum fahren und so spielerisch u.a. ihre Raumerfahrung, ihre Haltung und ihre Motorik verbessern. Die Hängematte ist das klassische Mittel für die Vermittlung vestibulärer Reize in der Sensorischen Integrationstherapie. Hier können Gleichgewichtsschulung und Erwerb von tiefensensiblen Kompetenzen kombiniert werden. Die Kinder spüren sich dadurch viel besser und können sich selbst während des Alltages besser steuern. Sehr aktive Kinder werden so meist etwas ruhiger, antriebsschwache Kinder werden munterer. Zur Ergotherapie gehören aber auch handwerkliche Techniken/ Aktivitäten wie zum Beispiel Töpfern, Textiles Gestalten, Werken sowie ADL-Trainings, z.B. therapeutisches Nutzen der Lehrküche zur Herstellung von Speisen und Erlernen des Umgangs mit Küchengeräten. Gehandwerkt wird einzeln oder auch in Kleingruppen zu einem speziellen Thema.

Die Küche wird für das Training des täglichen Lebens genutzt. Die Herstellung von Speisen bietet vielfältige Möglichkeiten, ergotherapeutische Ziele zu erreichen, der Umgang mit Küchengeräten und Gegenständen des täglichen Lebens betont den sinnhaften Charakter der Therapiesituation, die Nahrungsmittel bieten sinnliche Erfahrungen. Außerdem gibt es Spiele für alle Altersstufen, darunter sowohl handelsübliches Spielzeug und Gesellschaftsspiele als auch speziell adaptierte Spiele für verschiedene Behinderungsformen und auch Spiele, die nur für ein bestimmtes Kind angepasst sind. Als zusätzliche Schwerpunkte der Ergotherapie an der Alexander-Schmorell-Schule sind außerdem noch Musik- und Entspannungstechniken wie z.B. Elemente aus Yoga und Autogenem Training und Gestaltungstherapie zu nennen.

Die Alexander-Schmorell-Schule verfügt über eine hochwertige ergotherapeutische Ausstattung der Therapieräume. Des Weiteren können je nach Förderinhalten/-zielen der Textilraum, der Schaukelraum, der Snoezelraum und die Turnhalle genutzt werden.

Die ergotherapeutische Behandlung orientiert sich am jeweiligen Entwicklungsstand und Leistungsstand des Kindes, um Überforderung – bzw. Unterforderung zu vermeiden.

 

Kontakt

ALEXANDER-SCHMORELL-SCHULE
Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Grenzweg 10
34125 Kassel

Telefon: (0561) 813 028
Telefax: (0561) 813 029
karl-ludwig.rabe@schulen.kassel.de

Interdisziplinarität durch gezielte Angebote in den Bereichen:

Physiotherapie